Ostermarsch 2026

Verletzungen des völkerrechtlichen Gewaltverbots stoppen! Weitere Eskalation des Rüstungswahnsinns verhindern!

Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften bekennen  sich zum völkerrechtlichen Gewaltverbot der UN Charta. Sie schafft die Voraussetzungen für eine  internationale Staatengemeinschaft, in der die Suche  nach friedlichen, diplomatischen Konfliktlösungen  oberstes Gebot ist! Wir rufen zur Beteiligung an den  diesjährigen Ostermärschen auf, um ein starkes  Signal für die uneingeschränkte Einhaltung des  Gewaltverbots zu setzen. 

 Wir erleben eine anhaltende Krise der globalen  Friedens- und Sicherheitsarchitektur. Eine neue  Welt(un-)ordnung nimmt Gestalt an, die durch die  geopolitischen und -ökonomischen Interessen und  Großmachtansprüche der USA, Chinas und Russlands  bestimmt ist. Um ihre Einflusssphären und ihre Zu gänge zu Rohstoffen zu erweitern, schrecken sie auch  vor der Androhung und Anwendung von Waffengewalt  nicht zurück. Der seit mehr als vier Jahren tobende  Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine macht dies  ebenso deutlich wie die Drohgebärden Chinas gegen  Taiwan, der Militärschlag der USA in Venezuela und die  vom US-Präsidenten angedrohte Annexion Grönlands.  Im Ergebnis verschieben sich die globalen Machtver hältnisse immer stärker in Richtung einer multipolaren  Welt, in der nur noch das Recht des Stärkeren zählt.

 Jeder weitere Einsatz militärischer Gewalt, der nicht  durch ein völkerrechtliches Mandat oder das Recht auf  Selbstverteidigung legitimiert ist, verstärkt diese  verhängnisvolle Logik. Wie schwer das Einhalten dieser  roten Linie im Einzelfall sein kann, zeigt der gemein same Angriff der USA und Israels auf den Iran, der vielen  aus humanitären Gründen gerechtfertigt erscheint. Wir  Gewerkschaften stehen solidarisch an der Seite der  Menschen im Iran in ihrem Kampf für Freiheit,  Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit. Dabei  verurteilen wir den völkerrechtswidrigen Krieg gegen  ihr Land. 

Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften unter stützen alle Anstrengungen, die internationalen Beziehungen nicht einer Machtpolitik der Stärkeren   zu überlassen, die das Gewaltverbot der UN-Charta,  die Achtung staatlicher Souveränität und multi laterale Verfahren missachten.

Die USA, China und Russland rüsten in ihrem  Machtverständnis und ihrem globalen Vormacht streben gegenseitig hoch. Seit dem Auslaufen des New Start-Vertrags existieren keine Schranken mehr für den Wettlauf um die Modernisierung und den Ausbau ihrer  Atomwaffenarsenale. Neben den neun Atommächten  planen immer mehr Staaten den Aufbau eigener  Nuklearkapazitäten. Erwogen wird diese Option  inzwischen auch für Deutschland und Europa oder für  Japan, Südkorea und Saudi-Arabien. Je mehr Atom mächte es gibt, desto größer wird das Risiko, dass  irrationales Verhalten, Fehleinschätzungen, Missverständnisse, technische Unfälle und Eskalations dynamiken zu einem Nuklearkrieg führen.

Anlässlich der diesjährigen Ostermärsche fordern  der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften die Bundesregierung dazu auf,

• klar Stellung zu beziehen für den Bestand des  völkerrechtlichen Gewaltverbots und sich auf europäischer wie auf globaler Ebene für dessen  uneingeschränkte Einhaltung einzusetzen, 
• aktiv und konsequent auf diplomatische  Konfliktlösungen hinzuwirken und verstärkt Anstrengungen zu unternehmen, um neue  Abrüstungs-, Rüstungskontroll- und Rüstungsexportkontrollinitiativen auf den Weg   zu bringen, 
• die Rolle der Europäischen Union als globale  Friedensmacht zu stärken, die entschlossen für einen kooperativen und regelbasierten  Multilateralismus eintritt. 

Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass das  völkerrechtliche Gewaltverbot eingehalten wird! 
Wir müssen verhindern, dass der  Rüstungswahnsinn weiter eskaliert!