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DGB KREIS SOEST

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BESSER MIT TARIFVERTRAG!
HAST DU KEINEN - HOL DIR EINEN!

Tarifverträge machen den Unterschied.
Sie sind der Motor für Verteilungsgerechtigkeit und damit auch ein Herzstück der Demokratie.
Hier Informationen über aktuelle Tarifauseinandersetzungen im Kreis Soest.

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Nirgends zeigt sich der Nutzen von Gewerkschaften so stark wie beim Thema Tarif. Wer in einem Betrieb mit Tarifvertrag arbeitet, verdient meist deutlich mehr als tariflose Beschäftigte. Und das ist längst nicht der einzige Pluspunkt.

Ob bei Einkommen, Arbeitszeit oder Urlaubsanspruch – mit Tarifvertrag geht’s im Betrieb gerechter zu. Für alle, deren Firma bisher nicht tarifgebunden ist, zeigen wir in sechs Schritten, wie sich das ändern lässt.

Mit Tarifvertrag sind Löhne und Arbeitsbedingungen besser und sicherer. Habt Ihr keinen? Holt Euch einen! Experte Uwe Zabel (Erschliessungprojekt/ Netzwerk) Zukunft des IG Metall-Bezirks Mitte erklärt, wie das geht.

Wo Tarifverträge gelten, geht es gerechter zu. Aber wann und für wen gelten sie überhaupt? Wie sieht Tarifbindung konkret aus? Wir erläutern, welche Tarifverträge es gibt, was sie regeln und wer „tarifgebunden“ ist.

DAS PHÄNOMEN:
DIE WIRTSCHAFT WÄCHST - DIE ARMUT AUCH!

Wir brauchen mehr Tarifbindung! In den kommenden Wochen und Monaten machen wir deshalb im Rahmen unseres Zukunftsdialoges das Thema stark - und starteten am internationalen »Tag der Guten Arbeit« mit einem NRW-weiten Aktionstag. Worum es genau geht, erklärt unsere Vorsitzende Anja Weber im Video - schaut rein!

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DGB-POSITIONSPAPIER:
MASSNAHMEN ZUR STÄRKUNG DER TARIFBINDUNG

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TARIF. GERECHT. FÜR ALLE.
BROSCHÜRE MIT INFO’S ZU TARIFEN.

Tarifverträge regeln die wesentlichen Grundlagen eines Arbeitsverhältnisses. In ihnen werden Gehalt, Arbeitszeiten, Aus­ und Weiterbildungsmöglichkeiten, betriebliche Altersversorgung, Beschäftigungssicherung und vieles mehr geregelt.
Gesetze regeln nur den allgemeinen Rahmen, Tarifverträge werden für die Beschäftigten einer Branche abgeschlossen und gehen von deren

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Arbeitsbedingungen aus (z.B. extra Bezahlung für Mehrarbeit am Wochenende). Die Regelungen von Tarifverträgen sind immer besser als die gesetzlichen Regelungen. Viele Aspekte sind gesetzlich auch überhaupt nicht geregelt. Gute Tarifabschlüsse sind zudem besonders wichtig, weil sich Gesetze in der Vergangenheit häufig an bestehenden Tarifverträgen der Gewerkschaften orientiert haben.

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MINUS 40 MILLIARDEN:
WARUM TARIFFLUCHT UNS ALLE TEUER ZU STEHEN KOMMT

Weniger Steuereinnahmen, weniger Zahlungen in die Sozialkassen, weniger Kaufkraft: Durch Tarifflucht und Lohndumping entgehen Deutschland jedes Jahr Einnahmen in Milliardenhöhe. "Das Geld fehlt für den sozialen Ausgleich und für dringend notwendige Investitionen in die Infrastruktur und in Bildung", kritisiert DGB-Vorstand Stefan Körzell.
 
Teure Tarifflucht

Für immer weniger Beschäftigte und Betriebe in Deutschland gilt ein 

Tarifvertrag. Im Jahr 2018 waren nur noch 56 Prozent der Beschäftigten im Westen und 45 Prozent im Osten tarifgebunden.

Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Arbeitnehmer*innen selbst, sondern für die Allgemeinheit - und zwar auf verschiedenen Ebenen.

Durch Tarifflucht und Lohndumping entgehen den Sozialversicherungen jedes Jahr rund 24,8 Milliarden Euro Beiträge. Bund, Ländern und Kommunen fehlen 14,9 Milliarden Steuereinahmen. Zusammen rund 40 Milliarden Euro.

Und: Ohne Tarifvertrag hat der arbeitende Teil der Bevölkerung weniger Geld in der Tasche, das er ausgeben kann. Das wiederum hat Einfluss auf die Wirtschaft und die Konjunktur.

Wären alle Arbeitnehmer*innen tarifgebunden, würde sich ihre Kaufkraft um 35 Milliarden erhöhen - Jahr für Jahr. Das hat der DGB auf Grundlage der letzten Verdienststrukturerhebung des Statistischen Bundesamts berechnet. Dabei wurden auch die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland deutlich.

Kosten der Tarifflucht - Gesamtdeutschland

Mindereinnahmen der Sozialversicherungen:

24,8 Milliarden Euro

Mindereinnahmen Verlust bei der Einkommenssteuer für Bund:

14,9 Milliarden Euro

Kaufkraftgewinn, wenn Beschäftigte tarifgebunden wären:

35,1 Milliarden Euro

Soziale Verantwortung der Unternehmen
"Eine geringe Tarifbindung und die grassierende Tarifflucht bringen die Allgemeinheit bei der Sozialversicherung und den Steuern um Milliardenbeträge“, kommentiert DGB-Vorstand Stefan Körzell die Auswertung. „Das Geld fehlt für den sozialen Ausgleich und für dringend notwendige Investitionen in die Infrastruktur und in Bildung. Da müssen sich die Unternehmen dann schon mal die unbequeme Frage nach ihrer sozialen Verantwortung gefallen lassen, gerade auch angesichts der großen Umwälzungen, vor denen wir stehen."

Doch nicht nur die Unternehmen, auch die Politik ist in der Pflicht. Nach Auffassung des DGB dürften öffentliche Aufträge und Fördergelder nur noch an tarifgebundene Unternehmen vergeben werden. „Es ist ein Unding, dass der Staat mit Steuergeldern auch noch Lohndumping unterstützt. Stattdessen sollte der Staat seine öffentlichen Aufträge an Bedingungen für faire Bezahlung knüpfen“, sagt Stefan Körzell.

Weitere mögliche Hebel sind die Reform der Allgemeinverbindlicherklärung (AVE) von Tarifverträgen sowie bessere

Regelungen zu Nachbindung und Nachwirkung von Tarifverträgen. „Tarifverträge sichern den sozialen Frieden und Gute Arbeit, sie sind ein hohes Gut in unserer Demokratie", so Körzell weiter. "Die Sozialpartnerschaft ist aber keine Einbahnstraße. Alle bisherigen Reformen des Tarifautonomiestärkungsgesetzes haben keinerlei Wirkung erzielt. Deshalb gehört eine hohe Tarifbindung und starke Sozialpartnerschaft ganz oben auf die Agenda der Bundesregierung. Sie muss jetzt zeigen, dass sie es mit der Stärkung der Tarifbindung ernst meint."

TARIFRUNDE 2020:
FÜR MEHR ALS 10 MILLIONEN BESCHÄFTIGTE WIRD VERHANDELT

Die Tarifrunde 2019 geht in die Schlussphase: In einigen Bereichen wird in den verbleibenden Wochen und Monaten des Jahres noch verhandelt. Dazu gehören zum Beispiel die chemische Industrie und das Versicherungsgewerbe sowie die von der DGB-Tarifgemeinschaft geführten Verhandlungen für die Leiharbeit.

Zeitgleich laufen bereits in vielen Branchen die Vorbereitungen für die Tarifrunde 2020. Insgesamt verhandeln die DGB-Gewerkschaften im nächsten Jahr für mehr als 10 Millionen Beschäftigte neue Vergütungs-tarifverträge.

Hierzu gehören u. a. die großen Tarifbereiche Metall- und Elektroindustrie und der öffentliche Dienst (Bund und Gemeinden).
Wann in welchem Bereich die gültigen Tarifverträge auslaufen, zeigt der tarifliche Kündigungsterminkalender, den das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung jetzt vorlegt.

Einige ausgewählte Beispiele für kommende Tarifverhandlungen (in Klammern: Beschäftigtenzahlen, gerundet auf volle Tausender):

Dezember 2019:
Leiharbeit (980.000)
Systemgastronomie (80.000)

März:
Metall- und Elektroindustrie (3.780.000)

April:
Bauhauptgewerbe (633.000)
Volkswagen AG (115.000)
Hotel- und Gaststättengewerbe Bayern (157.000)

Mai:
Deutsche Post AG (140.000)
Hotel- und Gaststättengewerbe Weser-Ems (Oldenburg), Nordrhein-Westfalen (142.000)

Juni:
Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (64.000)

August:
öffentlicher Dienst Bund und Gemeinden (2.712.000)

September:
Dachdeckerhandwerk (88.000)

Oktober:
Maler- und Lackiererhandwerk (123.000)

November:
Privates Verkehrsgewerbe Bayern (128.000)

Dezember:
Gebäudereinigerhandwerk (460.000)
Bewachungsgewerbe verschiedene Regionen (153.000)

In einigen Branchen wird im kommenden Jahr nicht verhandelt, weil die Verträge bis ins Jahr 2021 gelten. Dies gilt z.B. für den Groß- und Außen- und den Einzelhandel sowie den öffentlichen Dienst der Länder.

Hier die Pressemitteilung der Hans Böckeler-Stiftung mit Tabellen-Anhang.